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Bettler, Jauner, Galgenvögel

In den Fängen der Justiz                                                        zu den Pressebildern

 

Räuber und Räubergeschichten regen unsere Fantasie an. Gerade die alten Räuber mit Steinschlosspistole, Degen und wildem Bart erhalten unsere Sympathien. Derartige „Räuberhauptmänner“ lagern mit ihren Genossen unter freiem Himmel, genießen bei Gelagen ihre Freiheit - leben ohne Zwänge und Pflichten sorgenfrei. Überfallen sie die Herrschenden und Reichen verteilen sie die Beute gleichmäßig unter den Armen. Soweit die romantische Vorstellung.

 


 

Räuberleben vor 300 Jahren heißt in Wirklichkeit vor allem eines: Verzicht, Hunger, Kälte, Krankheit, Tod

 

Ein großer Teil der Menschen in den Städten und den Dörfern war täglich vom sozialen Abstieg bedroht. Strenge Gesetze, - übermäßiges Trinken war verboten, Heiraten nur nach Nachweis eines Vermögens möglich – Kriege und Missernten bestimmten die Lebensläufe. Einmal aus der Gesellschaft ausgestoßen, war die Rückkehr quasi unmöglich. Unverheiratete Mütter, ehemalige Soldaten, Deserteure, Mitglieder unehrlicher Berufe, wie Kesselflicker, Hausierer, Hirten oder Angehörige von Minderheiten, Juden und Zigeuner zogen bettelnd und stehlend über das Land. Stehlen war überlebenswichtig. Der spontane und schnelle Diebstahl erbrachte meist nur geringe Beute. Ein Apfel hier, ein Tuch dort. Reichere Beute versprachen die Kirchen. Liturgisches Gerät konnte eingeschmolzen werden und aus dem Opferstock ließen sich Münzen herausfischen.

 

Diesen aus heutiger Sicht eher Kleinkriminellen stehen die Profibanden gegenüber: Einbruchsziele werden ausgiebig erkundschaftet, Reise- und Fluchtwege abgestimmt, Witterung und Tageszeit festgelegt, besondere Spezialisten angefordert. Am Ende der Vorplanungen, die über Monate gehen konnten, stellte man die Kosten der zu erwartenden Beute gegenüber. Kirchenschätze, Stadt- und Firmenkassen waren Ziel dieser Einbrecherbanden. Die Schadenssummen betrugen 8.000, 12.000 oder in einem Fall sogar 200.000 Gulden.

 

Ein weiteres häufiges Verbrechen war der Straßenraub. Mit vorgehaltener Pistole oder einem geschwungenen Knüppel raubten die Verbrecher Reisende und Händler aus. Nicht selten kam es dabei zu Todesfällen. Im damaligen Verständnis war der Raub nicht so schwer zu bestrafen wie der Diebstahl. Immerhin hätte das Opfer des Straßenraubes, anders als der schlafende Hausbesitzer, die Chance zu fliehen gehabt.

 

All diese Menschen verständigten sich mit einer eigenen Sprache, die bereits den Kindern beigebracht wurde. Dieses Rotwelsche hallt bis in unsere Alltagssprache. Wer kennt nicht: malochen, Kittchen, Globetrotter, pennen, schlummern, Bulle

Allein das Beherrschen dieser Sprache rückte die Person in die Verbrecherkreise.

 

Diese Plage und die daraus entstehende Unsicherheit rief die Obrigkeit auf den Plan. Mehr oder weniger erfolgreich entwickelte sich ein Strafverfolgungssystem. Zunächst auf Initiative einzelner Amtmänner werden umfangreiche Diebeslisten verfasst und unter den Ämtern ausgetauscht. Systematische Militärstreifen zogen das Diebesgesindel aus dem Verkehr. Die Zusammenarbeit der einzelnen Territorien untereinander, machten eine Entkommen für die Räuber immer unwahrscheinlicher.

Am Ende wartete auf die Mehrzahl der Diebe und Räuber das Zuchthaus, der Dienst auf der Galeere oder der Tod.

 

Die Ausstellungsstücke wurden aus vielen Museen zusammengetragen. Die Objekte sind nur für die Zeit der Ausstellung in Tüchersfeld zu sehen. Wieder einmal haben uns Museen, Archive und Bibliotheken aus ganz Deutschland ihre Schätze zur Verfügung gestellt.

Die Sonderausstellung ist im Fränkische Schweiz-Museum vom 17. Mai bis zum 3. November täglich (außer montags) zwischen 10-17 Uhr zu sehen. Führungen erfolgen nach vorheriger Absprache. Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog und ein Juniorforscherheft.

Vorträge, Aktionstage und Theatervorführungen und Lesungen bereichern die Sonderausstellung.

 

Bettler, Jauner, Galgenvögel entstand in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Ethnologie der Universität Würzburg. Die Anregung zu dieser Ausstellung sowie zahlreiche Hinweise verdanken wir Bernhard Weigl. Unterstützt wird das Projekt von der Sicherheitstechnik Hartmann aus Mistelbach, der Sparkassen Bayreuth und Forchheim. Die Firma spielematerial.de hat uns Material für eine Installation zur Verfügung gestellt.

 

Das schreiben Besucher in unserem Gästebuch:

"Wir finden, dass diese Ausstellung total super ist. Diese ganzen Informationen... unglaublich. Wir kommen auf jeden Fall wieder. "

"Eine ganz besonders gelungene und gut recherchierte Ausstellung! Sehenswert!"

"Der Ausstellung gebührt uneingeschränktes Lob"

"Die Ausstellung ist sehr interessant und vielseitig! Viel Lob von uns"

"Es war voll cool"

 

 

Infoblatt für Lehrer (3,5MB)

 

In der Ausstellung werden Ausstellungsstücke folgender Einrichtungen gezeigt:

 

       

 

 

    Historischer Verein für Oberfranken

 

  Diözesanmuseum Bamberg Stadtarchiv Fürth Stadtmuseum Neustadt/Waldnaab

 

 

Hier ist interessante Seite zu dem Räuber Franz Troglauer 

NEWS:
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Kontakt
Fränkische Schweiz-Museum Tüchersfeld
Am Museum 5
91278 Pottenstein
Tel.: 09242-1640
Fax: 09242-1056
www.fsmt.de
info@fsmt.de

Träger:
Zweckverband Fränkische Schweiz-Museum
Landratsamt Bayreuth
Markgrafenallee 5
95448 Bayreuth
Öffnungszeiten
April - Oktober:
Di - So: 10.00 - 17.00 Uhr

November - März:
So: 13.30 - 17.00 Uhr

Für Gruppen wird nach Absprache jederzeit geöffnet.
In der Weihnachtszeit gelten besondere Öffnungszeiten.